Wirtschaft und Politik in Kolumbien

Die Landwirtschaft ist ein wichtiger Wirtschaftssektor Kolumbiens. Kaffee, Blumen und exotische Früchte sind die wichtigsten Exportgüter, hinzu kommen Tabak, Zuckerrohr (Spirituosen) und Baumwolle (Textilindustrie). Ebenfalls zu einem starken Zweig sind Öl- und Erdgasförderung sowie der Bergbau (hier vor allem Steinkohle) geworden, denn Kolumbien ist nicht nur das artenreichste Land der Erde hinsichtlich Flora und Fauna, sondern auch reich an Bodenschätzen. Der Tourismus hat sich insbesondere in der jüngsten Zeit zu einem wichtigen Wirtschaftszweig entwickelt, gerade auch mit Hilfe der Kampagnen zum so genannten „grünen Tourismus“, beziehungsweise Öko-Tourismus. Politisch befindet sich Kolumbien in einer Phase, in der die gefürchteten FARC-Rebellen einmal mehr mit der Regierung Kolumbiens verhandeln wollen.

Politik

Kolumbien ist ein demokratisches Land; das Wahlrecht ist ebenso selbstverständlich wie in Deutschland und die Regierung bemüht sich, die Reformen der Verfassung fortwährend voranzutreiben. Ein Zeichen dafür sind beispielsweise erste Gesetzesänderungen, die der Minderheit indigener Volksgruppen mehr Rechte als bisher einräumen. Die Friedensverhandlungen 2012 in Havanna auf Kuba sind von der Aura eines fast 50 Jahre andauernden Kampfes zwischen der Rebellenorganisation der FARC und den jeweiligen Regierungen geprägt. Vorsichtigen Schätzungen zufolge wurden bisher über 600.000 Menschen Opfer der Konflikte; rund vier Millionen wurden aus ihrem Land vertrieben. Im Zuge der Verhandlungen geht es um die Frage nach einer möglichen Anerkennung der FARC als Partei und weiter wichtige Themen wie Drogenkriminalität, Landfragen und mögliche Entschädigungen für die Opfer der Jahrzehnte langen bewaffneten Auseinandersetzungen.

Wirtschaft und Handel

In den vergangenen Jahrzehnten haben sich auch in Kolumbien die Grundsätze der Marktwirtschaft mehr und mehr durchgesetzt. Gemäß einer aktuellen Information des Auswärtigen Amtes betrug das Bruttoinlandsprodukt Kolumbiens im Jahr 2011 um die 328 Milliarden US-Dollar (Stand: Oktober 2012). Seit 2004 verzeichnet das lateinamerikanische Land einen stetigen Wirtschaftszuwachs, dem auch die wiederkehrenden globalen Krisen kaum etwas anhaben konnten. Möglich wurde diese Dynamik durch die anwachsende Nachfrage im Inland, steigende Preise für Rohstoffe und die hohen Investitionen aus dem Ausland. Die Zahl der Arbeitslosen sank gegen Ende des Jahres unter einen zweistelligen Betrag auf 9,7 %. Größter Handelspartner sind wie in der vergangenen Zeit die USA, allerdings gewinnt China als Exportpartner an Fahrt. Der wichtigste Handelspartner in Europa ist: Deutschland. Kolumbien pflegt Arbeitsbeziehungen zur OECD und ist Mitglied der WTO, der Weltbank und auch des IWF.